#femalefintech – Crowdfunding ermutigt mehr weibliche Projektstarterinnen

Dieser Blogbeitrag ist Teil unserer #femalefintech-Initiative, die Frauen in der Fintech-Szene vorstellt.

Mein Name ist Marilyn Heib, ich bin Mitgründerin und Geschäftsführerin der Crowdfundingplattform www.bettervest.com auf der wir nachhaltige Energieprojekte finanzieren, die gleichzeitig auch einen hohen positiven Einfluss auf die Menschen in der Projektregion haben. Ich habe Maschinenbau mit Spezialisierung auf “Energieeffizienz” und “Erneuerbare Energie” studiert, an einer Fachhochschule, an der es nur 1,7 % Frauenanteil gab.

Warum habe ich Maschinenbau mit dieser Spezialisierung studiert? Als ich 7 Jahre alt war, ereignete sich die schlimme Hungersnot in Äthiopien, als ich 8 Jahre alt war geschah das Unglück von Tschernobyl. Mein Vater hat stets offen mit mir über die Probleme der Welt diskutiert, ich konnte im Fernsehen alles mitverfolgen. Das hat mich als Kind schon sehr betroffen gemacht, da ich wohl schon als „kleine Weltverbesserin“ mit viel Empathie und Mitgefühl geboren wurde.

Aber, weder über meine Familie noch durch mein Umfeld im ländlichen Raum, hatte ich eine Idee davon, wie ich diese Ungerechtigkeiten und schlimmen Dinge bekämpfen könnte. So verlebte ich meine Kindheit und Jugend auf dem Land, immer etwas unzufrieden, ob es nicht mehr geben könnte, das ich tun könnte.

Erfolgsfaktor Energieeffzienz – Investitionen, die sich lohnen 

Als es dann darum ging, einen Berufsweg einzuschlagen, wollte ich definitiv in meinem Beruf etwas Sinnvolles tun und konnte dank des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) nach meinem Studium auch schnell einen tollen Job finden.

2007 war dann ein großes Wendejahr für mich. Als ich den Film „Eine unbequeme Wahrheit“ sah, lebte ich bereits in Hamburg. Sofort kamen meinen Kindheitswünsche wieder auf, mehr zu tun für die Verbesserung der Welt. So gründete ich den Klimaschutzverein Go For Climate e. V. und wurde Mitglied in anderen Umweltorganisationen, 2010 begannen wir mit unserem Verein auch soziale Hilfsprojekte umzusetzen. 2012 schrieb ich mit Maximilian Gege das Buch „Erfolgsfaktor Energieeffizienz – Investitionen, die sich lohnen“ und letztlich gründete ich mit vier weiteren Personen das Unternehmen bettervest.

Energieeffizienzprojekte in Deutschland sparen fast eine Millionen Tonnen CO2 ein

Wir begannen mit Energieeffizienzprojekten in Deutschland, aber unsere Projekte wurden immer mehr zu echten Impactprojekten. Heute bin ich mehr als stolz sagen zu können, dass fast 1 Millionen Tonnen CO2 durch unsere Projekte eingespart werden konnten und tausende von Menschen durch die Projekte Zugang zu Strom erhalten haben.

Mehr weibliche Projektstarterinnen – Die Rate der von Frauen geführten Crowdfundingprojekte ist so hoch wie auf keiner anderen Crowdfunding-Plattform.

Wie sehe ich als Geschäftsführerin das Thema Female Leadership und Gleichberechtigung? Egal wo wir uns bewegen, wenn man in einen Bereich kommt, der normalerweise vom anderen Geschlecht  besetzt wird, hat man es erstmal schwer. Aber man begegnet auch großen Chancen, wenn man sich den Herausforderungen annimmt. Herausforderungen haben mich immer hoch motiviert, daher hat es mir in der “Männerwelt” eher Spaß gemacht Dogmen aufzuheben. Wir Frauen haben ganz großartige Stärken, die wir, clever genutzt, sehr gut für uns einsetzen können. Dazu gehört Empathie, hohe Belastbarkeit, Zuverlässigkeit, Multitasking aber auch unser weiblicher Charme.

Ich bin froh eine Frau zu sein und arbeite auch sehr gerne mit Frauen zusammen, ob nun als Kollegin oder als Kundin, gerade wegen dieser Stärken. Wahrscheinlich ist auch deshalb bei uns die Rate der von Frauen geführten Crowdfundingprojekte so hoch wie auf keiner anderen Crowdfundingplattform.

Und dies spiegelt sich auch in der bettervest Unternehmenskultur wieder. Unsere Mitarbeiter:innen verfügen über absolute Flexibilität, was Arbeitszeit und -ort angeht, damit sie sich um ihre Familie kümmern können. Und unsere Projekte sind nicht nur vermeintlich grün, sie verfolgen auch andere Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, kurz SDG), um den größtmöglichen Impact zu erreichen. Wir schauen uns jedes Projekt genau auf dessen Impact an und versuchen mittlerweile auch zusammen mit den Projektinhaber:innen diesen zu vergrößern.

Stärkung von Frauen ist ein sehr wichtiger Faktor für uns

Neben dem Klimaschutz sind uns die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Stärkung der lokalen Wirtschaft und die Stärkung von Frauen sehr wichtige Faktoren. Genau diese Ziele verfolgt auch das Projekt Klimaschützende LED- und Solarprojekte für Unternehmen in Ghana, das gerade jüngst online gegangen ist. Und was mich hier besonders freut ist, dass es unser erstes Projekt in Afrika ist, in dem auch Energieeffizienz finanziert wird, eine Technologie, die – wie in Deutschland – maßgebend für die Energiewende ist und von der wir uns wünschen, dass sie in Afrika so schnell wie möglich auch implementiert wird.

Autorin: Marilyn Heib (LinkedIn-Profil und mehr über bettervest)