Dieser Blogbeitrag ist Teil unserer #femalefintech-Initiative, die Frauen in der Fintech-Szene vorstellt.

Noch immer arbeiten zu wenige Frauen im Finanzbereich. Dabei gibt es in der Branche eine Vielzahl extrem spannender Jobs – beispielsweise in der FinTech-Szene. Darüber ließe sich möglicherweise auch die Zahl der Investorinnen erhöhen, die mit ihrem Geld etwas Gutes tun – für sich selbst und für die Umwelt.

In einem Start-up ist kein Tag wie der andere… Was möglicherweise wie eines dieser klassischen Klischees klingt, ist aber tatsächlich wahr. Jeder Tag ist anders, jeder Tag ist neu – und jeder Tag ist spannend. Ich habe mittlerweile mehr als zehn Jahre Berufserfahrung in verschiedensten Firmen gesammelt: bei einem internationalen Automobilkonzern, bei einem Mittelständler im Food-Bereich, bei verschiedenen Digital- und Werbeagenturen. Aber nichts ist vergleichbar mit der Arbeit in einem jungen, dynamisch wachsenden Unternehmen. Was noch dazu kommt: Ich kann durch meine Arbeit dabei helfen, unsere Welt ein Stückchen besser zu machen.

Mein Name ist Sigrid Niederlintner, seit gut einem Jahr bin ich als Head of Marketing bei WIWIN tätig. Wir vermitteln über die Online-Plattform www.wiwin.de Kapital an Projektinhaber*innen in den Bereichen Erneuerbare Energien und nachhaltige Immobilien sowie an Startups mit grünem Geschäftsmodell. Meine Kolleg*innen sind überwiegend Überzeugungstäter. Gemeinsam wollen wir mehr und mehr Geld auf die gute Seite bringen und so etwas verändern: für ein besseres Klima, für unsere Umwelt und für unsere Gesellschaft. Wir haben mittlerweile schon über 100 Millionen Euro für nachhaltige Projekte und Unternehmen eingesammelt. Darauf ruhen wir uns aber keinesfalls aus. Unser Ziel ist es, noch viel mehr Menschen an der Nachhaltigkeitswende zu beteiligen.

Es mangelt nicht an passenden Jobs

Der Frauenanteil in der Finanzbranche und selbst bei FinTechs ist allerdings nach wie vor gering. Dabei könnten wir mehr Frauen gut gebrauchen. Und es mangelt nicht an den passenden und interessanten Jobs. “Frau” muss auch nicht Ingenieurswesen, Finanzwirtschaft oder IT studiert haben, um in einem jungen Finanztechnologie- Unternehmen zu arbeiten – ganz im Gegenteil. Für das Team kann es sehr wertvoll sein, wenn die Mitglieder unterschiedliche Hintergründe haben, denn nur so können neue Ideen entstehen, die auch mal “out of the box” sind. Viele Jobs in FinTechs drehen sich um Kompetenzen wie Kommunikation, Design, Empathie und Kundenverständnis, nicht nur um Zahlen und Datenanalysen. Die Königsdisziplin ist natürlich beide Pole miteinander zu verbinden – und dafür sind Frauen mindestens genauso gut geeignet wie Männer.

Frauen verändern die Finanz- und IT-Welt

Gerade im Startup-Umfeld geht es den meisten Mitarbeiter*innen nicht um Ihren persönlichen Erfolg, sondern darum, im Team etwas zu entwickeln – das erlebe ich auch bei WIWIN jeden Tag. Um mehr Frauen für diese Jobs zu begeistern, müssen wir endlich mit dem alten Klischee aufräumen, dass wir Frauen in der Finanz- oder IT-Welt nichts zu suchen hätten. Ich persönlich habe fast ausschließlich positive Erfahrungen in männerdominierten Branchen gesammelt und kann nur alle Frauen ermutigen, selbstbewusst zu sein und sich nicht abschrecken zu lassen. Nur so können wir etwas verändern und die noch bestehenden Hürden überwinden.

Gemeinsam etwas bewegen

Was mich persönlich darüber hinaus motiviert: Ich habe durch meine Tätigkeit in der nachhaltigen Finanzbranche einen deutlich größeren Hebel, Gutes zu fördern, als ich das beispielsweise als Konsumentin jemals tun könnte. Ich kann die Menschen durch meine Arbeit davon überzeugen, ihr Geld auf die gute Seite zu bringen und die richtigen Investments zu tätigen. Denn wenn das eigene Geld nur auf der Bank liegt, „arbeitet“ es nicht nachhaltig, sondern wird in Unternehmen und Branchen investiert ohne, dass ich als Privatperson auch nur davon erfahre – und das ist nicht selten die Rüstungsindustrie oder CO2-intensive Bereiche. Deshalb möchte ich möglichst viele Menschen, aber besonders Frauen, dazu motivieren, sich mit ihrem Geld zu beschäftigen und selbst zu entscheiden, wofür es eingesetzt werden soll. Das ist meiner Meinung nach der beste Hebel um die Welt zu verbessern.

Thema Nachhaltigkeit ist Frauen besonders wichtig

Gerade für Frauen ist das Thema Nachhaltigkeit generell sehr wichtig, doch leider noch zu wenig in Bezug auf Geld. Noch immer investieren zu wenig Frauen ihr Geld sinnvoll – das kann man leider auch an der Zahl unserer Nutzer*innen erkennen. Der Großteil der Anleger*innen bei WIWIN ist nach wie vor männlich. Das will ich ändern und besonders Frauen einen besseren Zugang zu dem Thema Geldanlage ermöglichen. Das tun wir bei WIWIN indem wir unser Angebot zur Wissensvermittlung, zum Beispiel über Webinare und Blogbeiträge für Einsteiger und Fortgeschrittene, weiter ausbauen.

Wir Frauen sollten die Finanzwelt nicht allein den Männern überlassen, sondern können durch mehr weibliche Unterstützung unsere Message noch besser an die Frau bringen: Mädels! Ihr könnt mit Eurem Geld etwas verändern – für eine bessere Welt und für Euch selbst.

Autorin: Sigrid Niederlintner, Head of Marketing WIWIN (LinkedIn-Profil)